Neu in dieser Kategorie: Der Hawaii Chair
Via eBalance
Heute: Wie überwinde ich mich dazu ins Hallenbad zu gehen? Im Chat beantwortet von einem Kunstarbeiter aus Zürich:
zumindest behauptet dies die Studie, über welche ich via Gamercize und BBC gestossen bin: Aktives Computerspielen ersetze echten Sport nicht vollständig.
Die Studie wurde verfasst von Professor Gareth Stratton und seine Kollegen von der Liverpool John Moore’s University. Sie haben untersucht, wie hoch der Kalorienverbrauch von Teenagern beim Spielen von Nintendo Wii im Unterschied zur Microsoft XBOX ist.
Beim Spielen von Wii werden pro Stunde 60 kcal mehr verbraucht als beim herkömmlichen Gaming im Sitzen mit XBOX. Gemäss den Forschern ist dies aber nicht genug um richtiger Sport zu ersetzen:
“These increases were of insufficient intensity to contribute towards recommendations for children’s daily exercise.”
Die Forscher stellen dem aktiven Gaming, beispielsweise mit Wii, dennoch eine positives Zeugnis aus.
“Given the current prevalence of childhood overweight and obesity, such positive behaviours should be encouraged.”
Wie immer in der Wissenschaft kann man natürlich alles in Frage stellen. Beispielsweise so: Erstens wurde nicht berüchsichtigt, dass es beim Kalorienverbrauch auch darauf ankommt, welcher Wii-Titel gespielt wird, zweitens ist der Kalorienverbrauch vom Körpergewicht abhängig und drittens ist die Stichprobe von nur gerade 11 Kindern wohl nicht besonders repräsentativ. Leider konnte ich das Original-Paper nirgends finden. Mehr zur Studie gibts hier:
GYMSUCKS.COM ist ständig auf der Suche nach Sportarten, bei welchen man sich so wenig wie möglich anstrengen muss und trotzdem ein bisschen Bewegung abkriegt. Bereits seit 2003 erfolgreich in diesem Genre vertreten: Segway Polo.
Segway Polo ist wie normales Polo, mit dem Unterschied, dass man sich die teuren Pferde und deren Unterhalt spart. Stattdessen steht man auf einem (nicht viel billigeren) Segway und befreit damit die Beine von den lästigen Laufbewegungen, wie sie aus anderen Ballsportarten bekannt sind.

Erster grosser Auftritt von Segway Polo: Pausenshow im Spiel der Minnesota Vikings (bild: Mobile Entertainment)
Die Regeln wurden vom Fahrradpolo übernommen. Zwei Teams spielen gegeneinander und versuchen mit übergrossen Holzhämmern den Ball ins gegnerische Tor zu prügeln. Für die Zuschauer wird der Sport vor allem dann attraktiv, wenn der Segway seinen “Reiter” abwirft.
Test-Ratings:
Anstrengung: gering
Workout: etwas einseitig
Glamour und Prominenz: mittel (Apple Mitgründer Steve Wozniak ist der bekannteste Spieler)
Regeln: unkompliziert.
Kosten: Sauteuer (Segway: € 7000, Hammer: keine Ahnung)
Freunde: Ja leider, Sie benötigen mindestens drei Mitspieler.
Spielerfrauen: Nicht bekannt.
Fazit: Wenn Sie drei Leute kennen, die sich einen Segway leisten können und den Mut haben, den lokalen Fussballverein am Sonntag vom Sportplatz zu vertreiben, dann ermöglicht Ihnen Segway Polo eine gesunde Portion Bewegung, ohne dass Sie grosse Anstrengungen auf sich nehmen müssen. Segway Polo ist eine Sportart, bei welcher Sie auch mal ein Bier trinken können, ohne dass ihre Leistung abnimmt. Bestimmt lässt sich am Lenker des Segway auch ein Getränkehalter montieren.
Total: 6 von 10 Punkten.
XRKade ist eine von diversen Video-Game-Fitness-Ketten In den USA. Neue Niederlassungen poppen überall Im Land auf und demnächst auch in China. Kinder erhalten dort die Gelegenheit Arkade-Games zu spielen, welche einen höheren Aktivitäsgrad voraussetzen, als das Bewegen von Daumen und Zeigefinger. Der Trick: XRKade gibt vor eine Spielhölle zu sein, bietet aber nur Spiele an, die heimlich körperliche Bewegungen in die Game-Sessions schmuggeln.
Kult ist das PR-Video. Es transportiert eine ähnliche Ästhetik wie die katholischen Kirche, wenn sie versucht, die Jugend für die Religion zu gewinnen:
Im Angebot von XRKade sind die üblichen Verdächtigen: DDR, XBoard und andere Bewegungs-Games. Ausgerüstet wird XRKade von ITechFitness, die auch Geräte herstellen.
Ein ähnliches Konzept wie XRKade verfolgen die Angebote von Xrtainmentzone, NexGym und Bulldog Interactive Fitness, welchen ich mich zu einem späteren Zeitpunkt widmen werde.
(Via Gizmodo, The Arizona Rebublic, core77, Community Mobilization, Ideentower)
Mein Bruder im Geist: J. R. wollte innerhalb eines Jahres von 270 Pfund auf 190 Pfund abspecken - und dies ausschliesslich mit Hilfe von Wii Sports. Täglich nahm er seine Wiimote zur Hand und arbeitete 45 Minuten an seiner Fitness, indem er als Schattenboxer oder Tennispieler seine virtuellen Gegner bekämpfte.
Zu Beginn hat alles gut geklappt. Im Februar gestartet und vier Monate später bereits auf 230 Pfund runter. Seither ist ein wenig die Luft draussen. J. R. konnte sein Gewicht nicht weiter drücken, aber immerhin halten. Wahrscheinlich leidet er an Ermüdungserscheinungen, zumindest simuliert er ein bisschen und beklagt sich im aktuellsten Post über sein angeblich beim Spielen von Dance Dance Revolution verstauchtes Knie.Aber er hat noch zwei Monate Zeit die restlichen 47 Pfund Fett. Inspirieren liess sich J. R. wie viele andere auch vom Wii Sports Experiment:
Wieso ist Bewegung so anstrengend? Wieso kauft man jedes Jahr ein teures Abonnement für das Fitnessstudio und geht dann doch nicht hin? Wieso erlaubt es unsere Technik eine Flagge in den Mondsand zu stecken, nicht aber uns zum Sport zu motivieren? Wieso regnet es jedesmal, wenn man Lust hätte zu joggen? Wieso trainiert der Fussballverein ausgerechnet am Donnerstag, wenn man arbeitet? Wieso möchte man im Fitness-Studio keine Leute kennen lernen? Wieso nähern sich Sportgeräte immer mehr dem Prinzip der Folter an?
Der Fairness halber sollte man ein Probetraining absolvieren, bevor man die Fitness-Welt verdammt. Aber wo? Freundlicherweise hilft mir die Webseite der Stadt Zürich mit ein paar Adressen aus.
Aktiv Fitness
Der Platzhirsch. Gehört glaub jetzt zur Migros. Gönnt seiner Website sogar den Navigationspunkt “Philosophie“. Wahrscheinlich kann man da das Fitness-Programm nach Kant, Rawls oder Aristoteles absolvieren.
Arena 225
Im Seefeld. Mit dem tollen Angebot: Fitness, Dance, Aerobic, Yoga, Ayurveda & Wellbeing. Mich ekelts vor diesem von Joghurtdekeln entlehnten Hippie-Sprache. Ebenfalls mit einem Abschnitt Philosophie, der folgende Weisheit zum besten gibt: “Ein gesunder Körper und ein gesunder Geist sind Luxus in unserer Zeit.”
Fitnesspark Münstergasse
“Unser Ziel: Volksgesundheit und Prävention”, Wie uneigennützig!
Holmes Place
Tönt wie nach einem Bodybuilder benannt - oder Porno-Star. Holmes, Long Dong Holmes. Hat Niederlassungen in ganz Europa und gibt sich international, indem beispielsweise die Schweizer Website in Englisch daherplätschert. Da muss ich hin. Übrigens haben die auch eine section “Philosophy”: “Holmes Place is not just a health club where our members can work out. It’s a place where they can meet for a chat, enjoy a healthy meal or just pamper themselves and relax.”
Lady Fit
Da darf ich nicht hin
Luxor Sports
Bei Luxor Sports kann man Gold- oder Silber-Member werden. Je nach dem packen sie einem Gold oder Silber-Gewichte auf die Hanteln.
McFit
Der lustige Club im HB, wo man beim Glace-Schlecken den Leuten beim Workout zu gucken kann - und umgekehrt. eine grosse Freude. Ach die haben übrigens auch den ominösen Power-Plate. Draufstehen - nichts tun - abnehmen. Tönt nach Teleshop, ist aber Top-Seriös. Ehrlich.
Nova Fitness Club
Alleine schon wegen den Hochhäusern toll. Ach und auch hier eine Höchstleistung in Philosophie: “Nur wer seine Ziele kennt, kann diese auch erreichen!” Dann muss ich aber schauen, dass ich diesen Ziele bald mal in der Strassenbahn begegne.
Get in Shape
Eine Personal Training Agentur. So wie bei Brittney Spears im Fernsehen. Hat man dann einen Affen den ganzen Tag dabei. Ich bevorzuge Tschuten mit Freunden.
Sport Aktiv
Ein toller name, erinnert mich an Aktiv Fitness. Tolles Angebot: Fun & Trend, Wasser & Wellen, Ball & Schläger, Health & Wellness, Schnee & Eis.
Stockerhof
Und nochmals Migros. Diesmal mit mehr Bankers.
Silhouette
Benannt nach einer Damenbinde, bietet dieser Club seinen Besucher laut Webseite vor allem umfassende Umbauarbeiten an: “Um diesem Anspruch gerecht zu werden, nehmen wir in unseren diversen Clubs umfassende Umbauarbeiten vor”.
Vitaparcours
Der Klassiker, der Unbestechliche, nach wie vor die Nummer eins. Und ohne “Philosophie”.
Heute habe ich einen kleinen Besuch im Fitness-Shop gemacht. ich erkundigte mich nach Fahrrad-Ergometern, die man beispielsweise an den Computer anschliessen kann, um Rennen zu fahren. Der Verkäufer hatte keine Ahnung: “Sorry bin nur der Techniker und springe heute ein”. Dann hat er mir die Daum-Räder gezeigt. Da gibt es dieses Daum Ergo Bike Premium 8i. Damit kann man über Internet rennen fahren gegeneinander. Ihm sind keine anderen Trainings-Geräte mit Computer-Anschluss eingefallen ausser noch die von Kettler. Dann hat er mir noch eine Tretmühle gezeigt für Fitness-Center (hab den Namen vergessen), die tatsächlich Strom produziert. Und zwar genau genug um das Display zu beleuchten.