Guten morgen liebe Leser. Heute habe ich in der pseudo-wissenschaftlichen Manier eines Zukunftsforschers ein paar Gründe zusammengetragen, wieso Fitness-Videogames mit Internet-Anschluss, wie beispielsweise dieses, dieses oder viele weitere, zwangsläufig den Fahrrad-Hometrainer verdrängen werden müssen. (Natürlich ohne Gewähr).
1. Gym sucks
Städtische Menschen, die Sport treiben wollen, müssen mangels Alternativen ins Fitness-Center gehen. Aber jeder weiss: Fitness-Center sind scheisse. Denn irgendwie macht das Heben von Hanteln, das Strampeln auf einem sich nicht bewegenden Fahrrad oder das Rudern im Trockenen keinen Sinn. Was keinen Sinn macht, motiviert auch nicht. Und obwohl sich Nagetiere gerne im Hamsterrad vergnügen, bedeutet dies nicht, dass Menschen gerne im Neonlicht-gefluteten Fitnesscenter auf einem Laufband rennen.
2. Urbanisierung verdrängt den Raum für Bewegung
Seit diesem Jahr leben weltweit das erste mal mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land. Der Raum in der Stadt wird immer kleiner/enger/knapper. Es bleibt kaum mehr Platz für sportliche Bewegung. Wenn sich Leute bewegen wollen, müssen sie zunehmend weiter aus der Stadt fahren, um einen Ort mit genügend Platz zu finden. Eine Alternative dazu bietet nur das Fitness Studio, aber das ist bekanntlich scheisse (vgl. Punkt 1).
3. Das Gesundheitsbewusstsein nimmt zu
Eine immer grössere Zahl von Menschen möchte gesund leben. Dies schlägt sich einerseits in gesunder Ernährung nieder, andererseits im Bedürfnis nach Bewegung. Aber Bewegungsraum verkleinert sich (vgl. Punkt 2) und das Fitness-Studio ist scheisse (vgl. Punkt 1).
4. Die Evolution arbeitet zu langsam
Ein gegenwärtiges gesellschaftliches Problem ist das Übergewicht als Folge des gesellschaftlichen Wohlstands. Die Evolution hat während Jahrtausenden der Lebensmittelknappheit Individuen bevorzugt, die Nahrungsmittel in Form von Fettpolster-Vorräten speichern konnten. Nun steht sie vor der paradoxen Situation, dass (zumindest in westlichen Gesellschaften) Lebensmittel und insbesondere Kalorien nicht mehr knapp, sondern im Überfluss vorhanden sind. Die Evolution arbeitet sehr langsam und wird erst ein paar Generationen durchbraten müssen, bis sie sich dieser veränderten Umweltbedingung angepasst hat. Bis dahin könnten motivierende Fitness-Videogames einspringen, die die natürliche Trägheit des Menschen mit in bisschen Spiel und Spass austricksen.
5. Kinder werden immer dicker
Videogames werden häufig dafür verantwortlich gemacht, dass Kinder zunehmen. Gleichzeitig kann man Kinder nur schlecht von der Konsole fernhalten. Denn die Grafik und das Gameplay von “Fifa08″ ist halt einfach besser als “Verstecken-Spielen” im Wald. Die Lösung heisst Fitness-Videogames. Gibt es etwas besseres als mit der Ursache von Übergewicht das Übergewicht zu bekämpfen? Das ist ja wie, wenn man mit Rotwein eine Alkoholsucht behandelt. Aber es funktioniert.
6. Individualisierte Lebensstile verhindern Mitgliedschaft im Sportverein
Sport macht vor allem dann Spass, wenn man ihn gemeinsam mit anderen treiben kann, wenn man sich mit anderen messen kann. Sport ist ein soziales Erlebnis. Leider ist im Fitness-Studio, in der Badmintonhalle oder im Schwimmbad nicht immer jemand zur Stelle, der mitmacht. Zudem haben viele moderne Menschen nicht mehr die Flexibilität jeden Montag und Mittwoch von 19.30 Uhr bis 22 Uhr im Turnverein zu sein. Sie führen einen zu individuellen Lebensstil. Eine Online-Sport-Community, welche ein vernetztes Fitness-Videogame bieten kann, ist zu jeder Tageszeit da.
7. Globale Mobilität verhindert Mitgliedschaft im lokalen Sportverein
Eine grosse Anzahl von Menschen sind ständig unterwegs. Heute in Paris, morgen in London, dann in Hong Kong. Für solche Menschen ist es besonders schwierig, einem Sportverein oder Club beizutreten. Eine Online-Sportverein dagegen ist überall zu Hause.
8. Fitness-Videogames sind der nächste Schritt der technischen Konvergenz
Technische Konvergenz hat viele ehemals getrennte Technologien zusammengebracht. Virtueller Sport ist der nächste logische Schritt bei der technischen Konvergenz. Das Zusammenführen von körperlicher Bewegung mit virtuellen Welten wird mit dem Aufkommen des “Internet der Dinge” einhergehen.
9. Umsteuern bei Energie und Ressourcen
Fitness-Videogames haben eine deutlich bessere Energiebilanz als realer Sport, bei dem zuerst mit dem Auto zum Sportplatz gefahren werden und bei dem ein grosser Sportplatz gebaut und unterhalten werden muss.
10. Alle anderen Lebensbereiche haben sich schon digitalisiert
Die Menschen verbringen einen zunehmenden Anteil ihrer Zeit in der virtuellen Realität. Ihre Freundschaften pflegen Sie bei Facebook und in Second Life, ihre Ausbildung erhalten sie über E-Learning-Angebote, ihre Arbeit erledigen sie per Email, ihre Einkäufe tätigen sie online. Es ist ein kleiner Schritt, auch die Fitness-Zeit ins Netz zu verlagern.
11. iPod und Fernsehen sind keine Alternative, nur Ablenkung
Viele Leute sagen: “aber ich kann doch iPod hören oder Fernsehen schauen, wenn ich auf dem Hometrainer sitze”. Ipod und Fernsehen sind keine Alternative zum virtuellen Game, an welchem man physisch teilnimmt. Wer auf dem Hometrainer sitzt und fernsieht hat das Problem der Langeweile nicht gelöst. Er hat sich nur abgelenkt. Der Hometrainer bleibt genau gleich anstrengend und sinnlos. Dies ist keine besonders nachhaltige Strategie. Bei Fitness-Videogames hingegen ist die Bewegung nicht Ziel der Anstrengung sondern Mittel um andere Ziele zu erreichen. Sie ist sozusagen das Nebenprodukt des Spieltriebs.
Kennen Sie weitere Gründen? Senden Sie sie an info [at] gymsucks [punkt] com.
rs1121980 heisst die Gen-Variation, die laut einem Forscher-Team der Universität Duisburg-Essen den Body Mass Index von fettleibigen Menschen durchs Dach schiessen lässt. Und ich Depp dachte immer, es hätte mit ungesunder Ernährung zu tun.
Die frohe Botschaft für alle mit zu viel Speck auf den Rippen: Die Gentherapie gegen Fettleibigkeit ist schon unterwegs.
Könnte jetzt bitte noch jemand das Gen ausfindig machen, das für übermässigen Alkoholkonsum, zu schnelles Autofahren und Unordentlichkeit verantwortlich ist. Zudem wünsche ich mir eine Stammzellenkur gegen meine chronische Unlust mich morgens zu rasieren.
Studie: Anke Hinney, Susann Friedel, Günter Brönner, Timo Dirk Müller, Johannes Hebebrand, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität Duisburg-Essen, u.a.; veröffentlicht in “PLos ONE”, 26.12.2007
Via eBalance und Science Ticker.
zumindest behauptet dies die Studie, über welche ich via Gamercize und BBC gestossen bin: Aktives Computerspielen ersetze echten Sport nicht vollständig.
Die Studie wurde verfasst von Professor Gareth Stratton und seine Kollegen von der Liverpool John Moore’s University. Sie haben untersucht, wie hoch der Kalorienverbrauch von Teenagern beim Spielen von Nintendo Wii im Unterschied zur Microsoft XBOX ist.
Beim Spielen von Wii werden pro Stunde 60 kcal mehr verbraucht als beim herkömmlichen Gaming im Sitzen mit XBOX. Gemäss den Forschern ist dies aber nicht genug um richtiger Sport zu ersetzen:
“These increases were of insufficient intensity to contribute towards recommendations for children’s daily exercise.”
Die Forscher stellen dem aktiven Gaming, beispielsweise mit Wii, dennoch eine positives Zeugnis aus.
“Given the current prevalence of childhood overweight and obesity, such positive behaviours should be encouraged.”
Wie immer in der Wissenschaft kann man natürlich alles in Frage stellen. Beispielsweise so: Erstens wurde nicht berüchsichtigt, dass es beim Kalorienverbrauch auch darauf ankommt, welcher Wii-Titel gespielt wird, zweitens ist der Kalorienverbrauch vom Körpergewicht abhängig und drittens ist die Stichprobe von nur gerade 11 Kindern wohl nicht besonders repräsentativ. Leider konnte ich das Original-Paper nirgends finden. Mehr zur Studie gibts hier:
Via exergaming.wordpress.com bin ich gerade auf Health Games Research gestossen. Dies ist ein amerikanisches Programm der Robert Wood Johnson Foundation. Es unterstützt Forschung nach Bewegungs-Games mit viel Geld.
Wenn Sie also eine gute Idee für ein geiles Videogame haben, das man mit gesunden Körperbewegungen spielen kann, dann klopfen Sie doch mal an die Türe von Health Games Research: Es gibt satte 8 Millionen US$ Forschungsgelder zu gewinnen und die Urheberrechte bleiben beim Erfinder. Wenn Sie keine eigene Idee haben, würde ich mich freuen, wenn Sie so etwas wie Tony Hawk Skateboarding aber in echt erfinden würden. Ich täts kaufen. Aber wichtig: Sie können sich nur anmelden für den Jackpot, wenn Ihre Organisation in den USA angesiedelt ist.
PS: Ich eröffne hiermit die neue Abteilung Wissenschaft. Dort sammle ich die Links zu wissenschaftlichen Forschungsstellen und Organisationen im Bereich Exergaming